Was bedeutet es ein Mann zu sein?

Das hört sich zunächst nach einer sehr philosophischen Frage an. Denkt man allerdings etwas genauer darüber nach, kommt man zu dem Schluss das diese Frage in unserer heutigen Gesellschaft besondere Relevanz hat. Denn in unserer multimedialen Kultur haben wir das Verständnis dafür verloren was es überhaupt bedeutet ein Mann zu sein.

In der Vergangenheit war es eindeutig, welche Eigenschaften ein Mann haben muss. Ein Mann war eine Führungspersönlichkeit, ein Fels in der Brandung und starker Halt in einer chaotischen Welt. Die Rollen und Aufgaben waren von der Gesellschaft klar verteilt und wurden von unseren Eltern an uns weitergegeben. Es waren einfache Regeln in einer einfacheren Zeit.

Seitdem ist die Welt komplizierter geworden und umso undurchsichtiger die Rollenverteilungen. Viele der alten „männlichen“ Verhaltensweisen gelten heutzutage als Tabu als Resultat der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Auch das Konzept des „Mann als Versorger“ fällt in diese Kategorie. Der Mann alleine ist nichtmehr verantwortlich für die finanzielle Sicherung des Haushalts. Mit fehlenden männlichen Vorbildern und ohne Anleitung haben viele Männer große Probleme damit eine Definition für ihre Männlichkeit zu finden.

Was ist also passiert? Die Antwort liegt in erster Linie in einer Mixtur aus sozialen Anpassungen (vor allem in den 60ern) und immer größer werdenden finanziellen und persönlichen Absicherungen in unserem Land. Hinzu kommen rasante technologische Fortschritte.

Alles in unserer Kultur wird von externen Faktoren beeinflusst. Das starke wirtschaftliche Wachstum in der Nachkriegszeit sorgte für mehr Wohlstand. Sobald diese Faktoren in einer Gesellschaft steigen, verändern sich auch die sozialen Rollen. Wir befinden uns nichtmehr in irgendeiner großen Krise. Wir sind weder von Hunger, noch von Krieg bedroht. Unsere große Krise ist spiritueller Natur. Diese männliche Sinneskrise ist dabei zum Teilen auch uns selbst geschuldet, da wir Männer es nicht verstanden uns an die neuen Umstände anzupassen, denn die alten Rollenbilder von Familie, Haus, Job und Kind gelten nichtmehr.

Als Resultat haben wir sehr viele Männer dort draußen die nicht wissen was es bedeutet ein Mann zu sein. Was macht also einen Mann aus? Hier einmal die Faktoren die meines Erachtens von besonderer Bedeutung sind.

 

Ein Mann definiert sich nicht durch sein Eigentum oder seine Karriere. Ein Mann definiert sich durch das was er im Leben erreicht hat und durch seine langfristigen Ziele.

Wenn du morgen sterben müsstest, was würdest du zurück lassen an das sich die Nachwelt erinnert? Werden es die materiellen Dinge sein die du zu deiner Lebenszeit angehäuft hast? Oder wird man sich an deine Abenteuer erinnern und den Träumen die du gejagt hast? Ein Mann ist jemand, der etwas in seinem Leben erreicht. Was diese Leistungen sind hängt vom einzelnen Menschen ab, von seinem Ehrgeiz, seinem Antrieb und seiner Bereitschaft das Leben nicht einfach so an sich vorbei laufen zu lassen. Denn du bist nicht dein Job, oder wieviel Geld du auf dem Konto hast. Du bist nicht das Auto das du fährst. Du bist nicht der Inhalt der Brieftasche.

 

Ein Mann hat keine Angst vor Fehlern

Um zu scheitern muss man neue Dinge zuerst ausprobieren. Vermeidet man Fehler, vermeidet man gleichzeitig das unbekannte. Fehlern gehören im Leben dazu, denn nur so lernen wir. Zu versagen bedeutet lediglich, dass man aus den begangenen Fehlern lernen sollte um es im Anschluss erneut zu versuchen.

 

Ein Mann sucht keine Ausreden

Ausreden helfen uns nur dabei einen Grund zu finden, warum wir gewisse Dinge nicht tun sollten. Sie sind ein Weg um unsere Angst oder unseren Unwillen zur Veränderung rational zu rechtfertigen. Wenn ein Mann etwas wirklich will dann findet er auch einen Weg um sein Ziel zu erreichen, denn Probleme sind nur Hindernisse die es zu überwinden gilt. Sie sind kein Grund um die selbst gesteckten Ziele nicht in Angriff zu nehmen.

 

Ein Mann übernimmt Verantwortung

Ein Mann übernimmt Verantwortung für seine Taten, sowohl für die guten, als auch für die schlechten. Wir sind verantwortlich für unseren Erfolg, sowie auch für unseren Misserfolg. Ein Mann stellt sich den Konsequenzen seiner Taten und redet sie nicht schön oder schiebt sie auf andere.

 

Ein Mann hat die Pflicht das Beste aus sich zu machen

Viel zu oft verlieren wir aus den Augen nicht nur wer wir sind, aber auch das was wir werden wollen. Es ist einfach in seiner jetzigen Situation zu versinken und zu sagen „So bin ich nun mal und daran wird sich auch nichts ändern“. Dadurch geben wir auf und sind am Ende kleiner als die Person die wir hätten sein können. Wir sollten niemals aufhören zu lernen und uns weiterzuentwickeln.

 

Ein Mann erkennt seine Grenzen

Jeder von uns hat Stärken, sowie auch Schwächen. Das ist ein normaler Teil unserer menschlichen Natur. Das bedeutet allerdings nicht automatisch das wir weniger wert sind, es sei denn wir lassen uns von unseren Schwächen beherrschen. Unsere Schwächen sind ein Teil von uns an dem wir kontinuierlich weiterarbeiten sollten.

 

Ein Mann ist mit sich selbst und seinen Emotionen im Reinen.

Unsere Emotionen sind nicht etwas vor dem wir uns fürchten müssen, oder etwas was es gilt zu unterdrücken. Gleichzeitig lassen wir uns aber auch nicht von ihnen beherrschen. Wir nehmen sie als Teil von uns wahr und erlauben es uns sie ehrlich zu fühlen. Wenn wir wütend sind, erlauben wir es uns wütend zu sein. Wenn wir traurig sind, erlauben wir es uns traurig zu sein. Emotionen an sich sind nicht das entscheidende. Es ist wie wir auf sie reagieren was uns am Ende definiert.

 

Ein Mann hat Respekt vor anderen

Von Grunde auf hat jede Person unseren Respekt verdient. Erst dieTaten einer Person senken unter Umständen diesen Leven an Respekt.

 

Ein Mann akzeptiert sich selbst.

Es macht für einen Mann keinen Sinn sich selbst zu belügen in demn was er wirklich ist. Teil davon ist es zu akzeptieren wer wir sind, anstatt bestimmte Aspekte von uns auszublenden in der Hoffnung das sie mit der Zeit von alleine verschwinden werden. Wir sind wer wir sind, mit den guten, sowie auch mit den schlechten Seiten. Nur wenn wir uns vollkommen akzeptieren, können wir über uns hinauswachsen.

 

Abseits dieser Punkte gibt es kein allgemein gültiges Konzept bei der Suche nach der eigenen Identität. Sie sind nur meine Wahrheit und jeder von uns muss diesen Weg der Selbsterkennung selbst durchlaufen. Klammert euch daher nicht an alt hergebrachte Rollenbilder und findet eure ganz eigene Bestimmung.

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2 Antworten

  1. coupons code sagt:

    Troy thank you for being an inspiration for so many. Please keep your commitment to education young people will follow your steps. You a truly well rounded individual!!

  2. Super Artikel! Ich finde mich darin absolut wieder. Dieses Thema sollte dem Großteil der Männer noch Kopfschmerzen bereiten, da es eine gehörige Portion Mut benötigt, um diesem alten identitätsbild zu entkommen.

    Rebellische Grüße, Andi

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