Warum so viele intelligente Menschen unglücklich sind

Der Gedanke, dass intelligente Menschen häufig unglücklich sind, mutet im ersten Moment komisch an. Eigentlich sollten es doch gerade die intelligenten Menschen sein, die das Leben verstanden haben. Man müsste erwarten, dass gerade sie es sind die im Leben immer die richtigen Entscheidungen treffen und an ihren Wünschen ausrichten. Ich möchte euch in diesem Artikel erläutern warum genau das in vielen Fällen nicht der Fall ist.

Schauen wir uns dazu zunächst einmal an, welches die grundlegenden Säulen für ein glückliches Leben sind. In der akademischen Literatur wird hier vor allem auf drei verschiedene Faktoren hingewiesen.

  1. Unsere sozialen Beziehungen zu unseren Mitmenschen
  2. Eine Aufgabe im Leben zu haben und gut in dem zu sein was wir tun
  3. Die Freiheit seine eigenen Entscheidungen im Leben zu treffen

Natürlich gibt es hier noch weitere Punkte, auf die man im Detail eingehen könnte, allerdings möchte ich ergänzende Faktoren erstmal außen vorlassen.

Erstaunlicher Weise sagt der persönliche Wohlstand und Bildungsgrad wenig darüber aus, wie nah wir uns an der Erfüllung dieser drei Punkte bewegen, bzw. wie glücklich wir sind. Im Gegenteil, es scheint sich in vielen Fällen genau Umgekehrt zu verhalten.

Das Problem intelligenter Menschen ist dabei nicht die Unwissenheit darüber, welche Dinge uns im Leben glücklich machen. Vielmehr ist es die Herangehensweise um diese Dinge zu erreichen. Intelligente Menschen streben häufig danach nicht nur besonders gut auf ihrem Gebiet zu sein, sondern vor allem auch herauszustechen und besser zu sein als alle anderen mit denen sie auf ihrem Gebiet konkurrieren. Es herrscht das Gefühl etwas Besonderes leisten zu müssen, um den eigenen Erwartungen und denen der Gesellschaft gerecht werden zu können.

Natürlich führt dieser Ansatz zu den ein oder anderen Problemen. Abgesehen von dem Druck dem man sich freiwillig auflastet, lässt sich dieses Ziel nur sehr schwierig messen. Nehmen wir beispielsweise einen Professor an einer Universität. Welche Meilensteine gilt es zu erreichen um der beste auf seinem Gebiet zu werden? Sind es seine Forschungen? Oder die Art und Weise wie er seine Studenten unterrichtet? Da solch geartet Dinge nur schwer messen lassen, orientieren sich gebildete Menschen daher häufig an für ihr Glück unbedeutenden Dingen wie der Höhe des Entgelts, oder der Name der Universität an der die lehren. Sicher eignen sich solche Dinge grundsätzlich als Meilensteine, jedoch haben sie mit dem eigentlichen Feld auf das sie sich spezialisiert haben wenig gemeinsam.

Ein weiteres Problem dabei ist, dass solch oder ähnliche Meilensteine uns nicht lange glücklich machen, da wir uns schnell nach mehr sehnen, wie im Falle unseres Beispiels nach einem höheren Gehalt oder mehr Ansehen. Auf Dauer kann so daher niemand zufrieden mit seinem Leben sein. Denn sobald ein Gipfel erreicht wurde, warten am Horizont bereits der nächste Berg den es zu erklimmen gilt, um den ständigen Erwartungen gerecht zu werden.

Der richtige Ansatz sollte daher ein völlig anderer sein. Anstatt sich an unbedeutenden Zielen zu orientieren, sollten sich gebildete Menschen viel mehr auf die eigentlichen Tätigkeiten ihrer Berufung konzentrieren, auf die Dinge in denen sie gut sind und die ihnen vor allen Dingen die größte Freude bereiten.

Solange wir uns nicht laufend mit anderen Leuten vergleichen und uns rein darauf konzentrieren was unsere wahre Bestimmung ist, werden wir mit der Zeit auch automatisch sehr gut darin. Streben wir mit unserem Herzen einer bestimmten Sache entgegen, werden wir uns auf lange Sicht auch aus der Masse hervorheben. Ein hohes Einkommen oder irgendwelche hoch dotierten Preise sind dann nur noch ein Nebenprodukt. Niemals aber, sollten sie im Vordergrund stehen, da sie für das Ausmaß unserer Zufriedenheit nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Der entscheidende Punkt ist also unsere Sicht auf uns und unsere Umwelt. Sehen wir uns nur im Vergleich zu anderen, indem wir versuchen auf unserem Gebiet besser zu sein als der Rest, lastet auf uns ein enormer Druck der uns zwangsläufig nicht glücklich machen kann. Fokussieren wir uns jedoch auf uns selbst anstatt auf unsere gesellschaftliche Position, haben wir viel mehr Raum für ein gesundes persönliches Wachstum.

Es ist daher wichtig eine Tätigkeit zu finden die für uns selbst von Bedeutung ist. Eine Aufgabe in der wir uns täglich aufs Neue verlieren können. Als wir noch Kinder waren, waren wir sehr gut da drin genau die Dinge zu tun die uns glücklich machen. Damals scherte es uns noch nicht welche Meilensteine wir erreichen. Auch als Erwachsene sollten wir danach streben und wieder versuchen mehr auf diese Art und Weise die Welt zu sehen. Denn nicht die Erreichung des eigentlichen Ziels ist es was uns glücklich macht, sondern es ist der Weg dorthin. Nur wenn wir uns von dem gesellschaftlichen Druck befreien, können wir auch frei nach unseren eignen Wünschen leben und unsere Zukunft glücklich gestalten.

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2 Antworten

  1. Dan sagt:

    Hallo Sebastian,

    danke für den guten Artikel. Ich teile deine Meinung völlig.

    Intelligente Menschen leben viel zu sehr in ihrem Kopf. Sie machen sich zu viel Druck, wollen es allen Recht machen, sind gleichzeitig von tausenden Sorgen und Ängsten bedrückt.

    Die Lösung ist, wie Du es in dem letzten Absatz so gut sagst, sich von dem gesellschaftlichen Druck zu befreien. Das ist der erste große Schritt. Danach muss man seinem Herzen folgen und das tun, was man geil findet. Dieser Weg wird letztlich zur Erfüllung und zum Erfolg führen.

    Gruß Dan

    • Sebastian sagt:

      Hallo Dan,

      danke für dein Feedback. Ich denke auch das es entscheident ist seinen eigenen Weg zu gehen und sich nicht dem Druck der Gesellschaft zu beugen.

      LG Sebastian

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