Warum du keine Motivation brauchst

Wann immer wir uns vornehmen etwas zu erreichen, gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten uns dazu zu bringen es auch wirklich in Angriff zu nehmen. Die erste Möglichkeit besteht darin uns selbst zu Motivieren. Die zweite und meiner Meinung nach bessere Methode besteht darin Disziplin in unser Leben zu integrieren und die nötigen Dinge einfach zu tun, abseits aller Motivation.

Nun fragst du dich sicher was ich damit genau meine. Motivation geht davon aus, dass wir einen bestimmten geistigen oder emotionalen Zustand brauchen um eine Aufgabe erfüllen zu können. Disziplin hingegen, umgeht diese Grundbedingung und ermöglicht es uns Dinge zu tun ohne uns dabei ständig auf unseren Inneren Zustand konzentrieren zu müssen.

Das witzige dabei ist das, sobald wir eine bestimmte Aufgabe erledigt haben wir genau dieses innere Gefühl bekommen nach dem chronische Selbstmotivatoren ständig suchen. Wenn eine Beziehung zwischen den Aufgaben die wir erfüllen und unserem Sinn für Motivation und Zufriedenheit besteht, ist es im Grunde egal wie wir uns aktuell fühlen solange wir nur anfangen das zu tun was wir uns vorgenommen haben. Wenn du auf ein bestimmtes Gefühl wartest bevor du anfängst, hast du bereits verloren.

Lass mich das an einem Bespiel erläutern. Jeder von uns kennt bestimmt Situationen in denen er sich wahnsinnig unproduktiv gefühlt hat. Der erste Gedanke der in solchen Fällen aufkommt ist meistens „Vielleicht sollte ich etwas tun um nicht mehr so unproduktiv zu sein“. In zweiter Instanz denken wir uns jedoch „aber irgendwie bin ich nicht in der richtigen Stimmung“ und entscheiden uns unser Vorhaben zu einem späteren Zeitpunkt in die Tat umzusetzen.

Auf das wesentliche beschränkt klammert sich Motivation an die Fantasie, dass wir nur die Dinge tun sollten nach denen wir und fühlen. Wie beschrieben ist das Problem sich selbst genau an eben diesen Punkt zu bringen. Die richtige Frage sollte daher lauten wie wir es schaffen uns von unseren Innenleben unabhängig zu machen und genau das zu tun was wir tun wollen ohne großartig rum zu jammern. Der Schlüssel liegt darin unsere Gefühle von unseren Taten zu trennen und dennoch das zu tun was wir uns vorgenommen haben. Das gute Gefühl kommt so oder so hinterher.

In unserem alltäglichen Tagesablauf ist es (realistisch gesehen) leider notwendig Dinge zu tun die uns keine Freude bereiten. Motivation versucht hier nun ein falsches Gefühl in uns hervor zu rufen, das in keinem Verhältnis zu dem steht was wir gerade tun. Motivation vorzuheucheln für eine stupide monotone Aufgabe ist eine Form der Selbstverstümmelung, auch und vielleicht auch gerade in unseren ungeliebten Jobs. Am schlimmsten ist es sich einzureden das nicht die monotone Tätigkeit selbst schuld an unserem Zustand ist, sondern unser Mangel an der richtigen Motivation. Der richtige Ansatz lautet daher Disziplin und nicht Motivation.

Zudem hat Motivation nur eine sehr kurze Halbwertszeit und muss konstant erneut hervorgerufen werden. In einigen Situationen kann das durchaus angebracht sein, beispielsweise bei einem olympischen Rennen oder einem Gefängnissausbruch. Für unsere täglichen Aufgaben und langfristigen Ziele ist klassische Motivation jedoch völlig ungeeignet. Disziplin hingegen ist wie ein Motor, der einmal gestartet uns dauerhaft mit dem nötigen Willen versorgt.

Aber wie bringst du nun Disziplin in dein Leben? Mit Hilfe von Gewohnheiten die du nach und nach integrierst. Dabei fängst du mit kleinen Dingen die du in deine tägliche Routine einbaust. Nimmst du dir zu viel auf einmal vor, wird dir dein Gehirn automatisch einen Strich durch die Rechnung machen. Es wird zu einem Yo-Yo Effekt kommen und fällst schnell wieder in dein altes Muster zurück. Hältst du dich hingegen dafür konsequent an kleine Veränderungen, wirst du innerhalb eines Jahres riesige Fortschritte machen. Der Trick dabei ist es einen kleinen Schritt zu machen und deinem Gehirn die Gelegenheit zu geben sich an den neuen Normalzustand zu gewöhnen. Auch alle weiteren Schritte werden dadurch einfacher, da du deine Komfort Zone bereits ein wenig erweitert hast.

Hier ein paar Beispiele wie solch kleine Schritte aussehen können:

  • Nehm jeden Tag die Treppen, auch wenn du umgerechnet nur 5-10 Kalorien dabei verbrennst
  • Mach für 5-10 Minuten jeden Tag etwas im Haushalt. Nach einem Monat wird deine Wohnung so sauber sein wie schon lange nicht mehr.

Du kannst gewaltige Dinge erreichen, sobald du eine große und schwere Aufgabe in viele kleine Teilaufgaben unterteilst. Der Widerstand in deinem Inneren gegenüber Veränderungen wächst exponentiell mit der Größe der Aufgabe. Aufgeteilt in kleine Stücke lässt sich unser Verstand allerdings überlisten, da dein Verstand die Veränderung zunächst gar nicht großartig bemerken wird.

Dieser Mechanismus funktioniert in beide Richtungen, in die positive, so wie auch in die negative. So geschehen politische Änderungen im Land häufig schleichend und gern lassen wir uns nach und nach überzeugen Dinge zu tun, zu denen wir uns unter normalen Umständen niemals direkt überreden lassen würden. Natürlich wollen wir dieses Wissen nur für gute Dinge einsetzen. Du möchtest fit werden? Fang mit kleinen Spaziergängen an. Du möchtest abnehmen? Lass erstmal nur die schlimmsten Dinge Weg (vermutlich die Süßigkeiten). Auch bei schlechten Angewohnheiten geht es erst einmal darum kleine Schritte zu machen. So ist es falsch auf einen Schlag vollständig auf Facebook zu verzichten. Die Zeit auf 20 Minuten am Tag zu reduzieren ist hingegen viel sinnvoller.

Hier noch ein paar weitere Tipps die dir dabei helfen können Disziplin in dein Leben zu kriegen:

  • Sorgt für eine aufgeräumte Umgebung. Glaubt mir, eine saubere Wohnung hilft dir dabei dich auf die wesentlichen Dinge in deinem Leben zu konzentrieren.
  • Räumt alle unnötigen Versuchungen aus eurem Sichtfeld. Hierzu zählt zum Beispiel Schokolade, die Spielekonsole und dein Handy. Wie heist es so schon? Aus dem Auge aus dem Sinn.
  • Verteile Erinnerungsnotizen in deiner Umgebung. Das heist nicht das du deine Wohnung mit Notizzetteln tapezieren musst, aber die ein oder andere Erinnerung kann dir helfen deinen Tagesablauf in den Griff zu bekommen.

 

Ich weiß das aller Anfang schwer ist, aber halte dir vor Augen das ein wesentliches Merkmal erfolgreicher Menschen in unserer Gesellschaft eine gehörige Portion Disziplin und Ausdauer ist, abseits aller Motivation, denn Motivation ist vergänglich. Es gibt keine magischen Bücher die dich bei der Stange halten, auch helfen dir keine Motivationsgurus auf YouTube die dir sagen das du der beste bist und alles erreichen kannst. Solche Motivationsschübe sind nur von kurzer Dauer und nur eiserne Disziplin wird dich letzten Endes an dein Ziel bringen.

Das könnte auch interessant sein...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.